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Stadtgeschichte
Die Geschichte der Stadt Diepholz
Im Jahr 2005 konnte Diepholz ein besonderes Jubiläum feiern und auf die Verleihung der Stadtrechte vor 625 Jahren zurückblicken. Die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens liegt aber noch weitaus länger zurück.
Es ist zwischen 1120 und 1160, als Edelherren in einem von Wasser und Sumpf durchzogenen Gebiet namens "div-broc" eine Wasserburg errichten und ihr Adelsgeschlecht fortan nach ihrer neuen Residenz benennen. Auch der Name der allmählich entstehenden Siedlung vor den Toren der Burg geht auf die Edelherren de Thefholte zurück.
Gleich neben dem Schloss entsteht die gräfliche Münzstätte, in der Hohlpfennige und in der Folgezeit auch Golddukaten geprägt werden. Hier macht sich im 16. Jahrhundert auch der Münzmeister Lambert Vlemynck einen Namen, bevor er wegen Falschmünzerei zum Tode verurteilt wird.
Im Januar 1380 schließlich erhebt Edelherr Johann III. den stetig gewachsenen Flecken Diepholz zur Stadt und verleiht seinen Bürgern das Recht, zwei Märkte im Jahr abzuhalten. Auch in den folgenden Jahrhunderten wird das Leben und Treiben in der Stadt wesentlich von Bauern, Krämern und Handwerkern geprägt. Im Jahr 1585 verstirbt der letzte Graf zu Diepholz und die Wasserburg wird im Dreißigjährigen Krieg bis auf die Grundmauern zerstört.
Zwischendurch gingen die Stadtrechte verloren. Als das Kurfürstentum Hannover gegen Ende des 17. Jahrhunderts seinen machtpolitischen Einfluss ausbaut, muss Diepholz seine Stadtrechte wieder abtreten - vorübergehend. Am 25. Oktober 1929 wird es auf Beschluss der preußischen Staatsregierung wieder zur Stadt ernannt und drei Jahre später zur Kreisstadt des neu entstandenen Landkreises Grafschaft Diepholz. In den siebziger Jahren erweitert Diepholz seine Stadtgrenzen durch die Eingliederung der umliegenden Gemeinden Aschen, Heede und Sankt Hülfe und wird zum Sitz des neu gebildeten Landkreises Diepholz.
Die Tradition lebt
Auch im 21. Jahrhundert fühlt sich die Grafenstadt Diepholz eng mit ihren Namensgebern aus dem Mittelalter verbunden: Als Reminiszenz an die Stadtgeschichte erscheint der Diepholzer Graf mit seinem Gefolge regelmäßig bei festlichen Veranstaltungen und schaut nach dem Rechten. Im Schlossturm befindet sich heute ein Museum mit Objekten zur Stadtgeschichte - und auch das Heimatmuseum im Ortsteil Aschen bietet viele interessante Einblicke in die Historie.

